Etwas Musikgeschichte

1. Allgemeine Musiktheorie

 

1.1 Etwas Musikgeschichte

      Musiktheorie Gestern und heute

 

Musiktheorie gehört zu den Musikwissenschaften, ist aber auch eine eigenständige künstlerisch-wissenschaftliche Disziplin, die sich mit Harmonielehre, Kontrapunkt, Formenlehre und der musikalischen Analyse befasst.

 

Die Musiktheorie war schon im antiken Griechenland sehr hochentwickelt. Man bemühte sich um die Ausformulierung eines Tonsystems, verwendete eine differenzierte Notierung der Tonhöhen und führte  Diskussionen über ethische und charakterliche Gehalte der Musik und des Musizierens.

Im frühen Mittelalter des Abendlandes und später in der Renaissance war die Grundlage die antik-griechische Musiktheorie.

 

Praktisch-ausführende und theoretische Musiker hatten im Mittelalter nicht viel gemein. Während die praktische Musikausübung (auch  Komposition) eher ein  Lehrberuf war und somit kein sehr hohes Ansehen hatte, wurde die theoretische Musik (lat. Musica) innerhalb der „Sieben Freien Künste“ zu einem höher stehenden mathematischen Zweig, dem „Quadrivium“, gerechnet. Ein Musiktheoretiker beschäftigte sich in erster Linie mit mathematischen, kosmologischen und religiösen Betrachtungen, die in ausschliesslich theoretisch auf Tonleitern und Rhythmen bezogen. Daraus entstand keine klingende Musik.

Erst im Mittelalter mit der Entstehung der Mehrstimmigkeit begannen sich theoretische Arbeiten und praktische Musikausübung anzunähern.

 

In den folgenden Jahrhunderten bildete sich eine theoretisch fundierte Kompositionslehren, die mit der jeweiligen Musikpraxis in starker Wechselwirkung standen.

Im Zeitalter der Aufklärung setzte dann die Musikgeschichtsschreibung ein. Die Bereiche der Musiktheorie waren im 19. Jahrhundert Lehrfächer an den Konservatorien. Bei der Grundlegung der akademischen Musikwissenschaft am Ausgang des 19. Jahrhunderts wurde Musiktheorie (»spekulative Musiktheorie«) als eine Disziplin der systematische Musikwissenschaft geführt.

Heutzutage werden unter Musiktheorie Themengebiete der systematischen Musikwissenschaft oder des gleichnamigen Ausbildungsfachs an den Musikhochschulen gelehrt.

 

 

Die Themengebiete sind Tonsatz inkl. Kontrapunkt, Harmonielehre, Generalbass, Formenlehre, Musikalische Analyse, Historische Satzlehre und Historische Satzlehre.

Darüber hinaus zählen dann noch Instrumentenkunde, Instrumentation, Arrangement, Partiturkunde, Stimmung, Akustik und Gehörbildung bzw. Hörerziehung.

In der Praxis führt das Zusammenspiel der Themengebiete nicht selten zu einer Aufhebung der Einzeldisziplinen (z.B. von Kontrapunkt und Harmonielehre).

 

Musiktheoretisches Wissen verhilft zu einem tieferen Verständnis der Beschaffenheit und Wirkung von Musik. Aus diesem Grunde ist Musiktheorie in den künstlerischen Studiengängen an den Musikhochschulen ein Pflichtfach (Nebenfach). Musikalische Analyse und das Schreiben von Stilübungen (Tonsatz) werden daher im Unterricht in der Regel wechselseitig aufeinander bezogen. Das heisst, das durch Analyse Kriterien gewonnen werden, die dann in Stilübungen praktisch erprobt und überprüft werden können.