Die Notenschrift

2. Notation

 

2.1 Die Geschichte der Notation

 

Man nimmt an, das schon im alten Ägypten ca seit dem 3. Jahrtausend v. Chr, eine Art Notenschrift existierte. Aber auch andere Völker, wie z.Bsp die Griechen, arbeiteten schon mit einer „Notenschrift“.

Die erste heute entzifferte Notation ist die der Griechen im 7 Jh. v. Chr. Diese Notenschrift verwendet Buchstaben (unter Umständen nach den Saiten der griechischen Kithara benannt. Sie ist auf zahlreichen Dokumenten überliefert. Das in Stein gemeisselte „Seikilos-Epitaph“ aus dem 2. Jh. v. Chr. bei Ephesos ist das derzeit einzig vollständig erhaltene Beispiel.

In Europa ging die Notation mit dem Fall des Römischen Reiches verloren.

 

Ausser-europäische Länder wie Japan, China und Indien entwickelten sich vor allem Notations-System die ausser dem gesungenen Text die Melodie in kleineren Schriftzeichen notierten.

Für instrumentale Kompositionen gab es noch die Tabulatur.

Die arabische Notation ab dem 13. Jh. basierte auf die überlieferte griechische Tradition, entwickelte sich aber nicht weiter, da in der arabischen Musik die Improvisation überwog.

Mit der Gregorianik an europäischen Klöstern Mitte des 19. Jh. entwickelte sich ein auf „Neumen“ (griechisch νεύμα neuma ‚Wink‘) basierende Schrift, bei der man über den Text Symbole notierte. Dabei handelte es sich um die die bildliche Darstellung der Handzeichen des Chorleiters (Sängers).

 

 

2.1.1 Ein Wegbereiter

 

Guido von Arezzo, Wegbereiter der modernen Notation

Der ursprünglich linienlosen Neumennotation wurden Linien hinzugefügt. Zunächst zwei farbige Notenlinien für die Töne f und c, um die Halbtonschritte e-f und h-c zu markieren. Doch um die Tonschritte zwischen den Linien genau zu erfassen, fügte Guido von Arezzo zu Beginn des 11. Jahrhunderts zwischen die f- und die c-Linie eine dritte Linie ein. Das Terzliniensystem, mit dem sich jeder diatonische Schritt genau bezeichnen lässt, war erfunden.

Statt der Farben verwendete Guido nun Buchstaben (c oder f) am Beginn eines Systems, um eine der Halbtonpositionen zu markieren. Guido demnach den Notenschlüssel erfunden. Er verwendete vor allem ein kleines c, mit dem das c’ gesetzt wurde. Das f kam seltener vor, hat aber als f- oder Bassschlüssel die Zeiten überdauert.

 

Guido erkannte die didaktische Schwäche. Denn obwohl die modalen Verhältnisse der Tonschritte relativ gleich bleiben, werden sie je nach Tonhöhe anders benannt. Arezzo erfand die ergänzende „relative Solmisation“, in der sowohl der Halbtonschritt e–f als auch der Halbtonschritt h–c (später auch a–b) mit den immer gleichen Tonsilben „mi–fa“ gesungen wird.

Die Solmisation ersetzt nicht die absolute Notation, sondern erleichtert es,  Beziehungen der Töne dem Gedächtnis einzuprägen.

 

Für andere Zwecke und unterschiedliche Musikinstrumente wurden bald auch Systeme mit mehr oder weniger Linien verwendet. Das moderne System mit seinen fünf Linien entstand im Frankreich des 16. Jahrhunderts. Bis ins 17. Jahrhundert hinein waren aber auch andere Schreibweisen gängig. Der von Guido bevorzugte C-Schlüssel wurde in vielen Bereichen vom F- und G-Schlüssel ersetzt, die praktisch nur noch in der Form als Violin- und Bassschlüssel Verwendung finden.

 

 

Als Notation wird in der Musik also das grafische Festhalten von musikalischen Parametern wie Tonhöhe, -dauer und -lautstärke bezeichnet.  Hierzu hat sich eine Notenschrift entwickelt.

Die Notation kann so bekannte Musikstücke schriftlich festhalten. Ein mündliches Überliefern durch Vorspielen oder Vorsingen tritt immer mehr in den Hintergrund.

Die Notenschrift war bis zur Erfindung der Phonographie die einzige Möglichkeit, gehörte Musik anders als durch Erinnerung festzuhalten.

Ein weiterer grosser Nutzen der Notenschrift besteht darin, neue Melodien und andere musikalische Einfälle ausschließlich schriftlich auszudrücken. Er dadurch wurde die Möglichkeit eröffnet, eine musikalische Idee zu vermitteln, ohne direkt ausführen zu müssen.