Die Barockmandoline

Die Barock-Mandoline

 

Die Barock-Mandoline ist die Ursprungsform der Mandoline. Das vier- bis sechschörige Instrument unterscheidet sich kaum von der Bauweise der Laute und kann als Bindeglied in der Familie der Lauten und der heutigen vierchörigen Mandoline bezeichnet werden. Ihr Form ist schalenförmig. Der Kopf ist leicht gebogen und mit Holzwirbeln bestückt. Das Griffbrett ist kurz und breit. Wie auch die Laute ist die Decke glatt. Die Bünde werden aus Darmsaiten geknüpft (wie z. Bsp. auch heute noch die arabisch Oud)

 

Der wesentliche Unterschied zwischen Barock-Mandoline und Sopran-Laute besteht in der Anschlagstechnik. Die Saiten der Barock-Mandoline werden mit einem Federkiel angeschlagen, die Saiten der Sopran-Laute dagegen mit den Fingern/Fingernägeln. Wie auch ihre Verwandten, die Lauten, ist die Barock-Mandoline in Terzen und Quarten gestimmt. Die Stimmung der Barock-Mandoline: e'e'–a'a'–d"d"–g"g".

 

Eine einheitliche Bezeichnung für das Instrument gibt es erst seit Mitte des 20. Jahrhunderts. Bis dahin im Barock wurden die Begriff Mandolino, Leuto, Mandola oder Sopranlaute verwendet. Kurze Zeit wurde sie auch fälschlicherweise Mailänder Mandoline genannt. Wie in der Galerie ersichtlich, sieht dieses Instrument aber anders aus. Erst danach hat sich die Bezeichnung „Barock-Mandoline“ gefestigt.

 

Aus dem späten 17. Jahrhundert stammen die ersten Werke für Barock-Mandoline. Ab Mitte des 18. Jahrhunderts setzt sich aber immer mehr die Neapolitanische Mandoline durch. Zum Ende des 18. Jahrhunderts erlebte die sechssaitige Mandoline (Turiner/Mailänder Mandoline) eine Renaissance. Der Wiener Kulturkreis erweckt das Instrument wieder zum Leben. Mit ihren sechs Einzelsaiten ist sie aber eher eine Mischung aus Neapolitanischer und Barock-Mandoline.

 

Die heutigen Nachbauten der sechs-chörigen Barock-Mandoline (gg-hh-e'e'-a'a'-d"d"-g"g") machen eine stilgerechte Wiedergabe möglich. Original-Werke kommen so wieder zur Aufführung.