Ein Arbeits-

Wochenende

Beispielhafter Ablauf des jährliches Arbeitswochenendes

(im Ratzeburger CVJM Freizeit- und Segelzentrum)

 

 

Wie immer war dieses Wochenende schon ein Jahr vorher beim vorhergehenden Arbeitswochenende geplant. Und so konnte jeder dieses langfristig in seiner persönlichen Planung berücksichtigen.

 

Es ist so gut wie selbstverständlich, dass jedes Mitglied des Hamburger Mandolinen-Orchesters dabei ist. Schließlich hat man nur einmal im Jahr so ein Wochenende, wo einem anschließend nicht nur die Finger weh tun, sondern auch andere wertvolle Körperteile. Es sei denn, dass man einen ganz wichtigen Grund hat (so kam leider unser erster Vorsitzender Hans-Heinrich ins Krankenhaus, da er von der Leiter gefallen war. (Beim Fall von einer Tonleiter wäre die Sache sicher glimpflicher ausgefallen….)

 

So gingen 37 Musikfreunde auf die Reise nach Ratzeburg, alle mit Fußbank, Notenständer und Instrument im Gepäck. Ein Glück, denn es ist auch schon mal vorgekommen, dass ein Instrument ungewollt zu Hause geblieben ist. Zwei kleine Zahnbürsten blieben zwar aus Versehen in Hamburg, doch die brauchten wir ja nicht zum Üben….

 

Gleich nach dem leckeren Abendbrot am Freitag wurden die Instrumente gestimmt und rein ging es ins Vergnügen. Angesagt war die «Schwäbische Ouvertüre» von Rudolf Krebs, dirigiert von Brigitte. Ihre Bitte, auf alles zu achten, was ein Komponist so in die Noten reinschreibt um die Spieler zu verwirren (wie Andante, crescendo, piano und forte) versuchten wir gut wie möglich nachzukommen. Es machte uns sehr großen Spaß, dieses Stück vom Blatt zu spielen, denn so eine Gelegenheit haben wir nicht oft.

Und ganz plötzlich waren wir ohne Dirigentin. Sie verließ plötzlich schlagartig den Raum. Den Grund dafür sahen wir dann, als sie wiederkam.

 

Mit großer Freude bemerkten wir, dass sie mit den Nachzüglern, darunter auch unserem Dirigenten, Andreas Pauly wiederkam. Und so ging das Proben dann mit Andreas weiter. Immer wieder spielten wir mit Zuhilfenahme des Metronoms unter anderem die «Balkan-Suite». Schon nach kurzer Zeit stellte Gerd fest: „Endlich hat das Metronom mal so gespielt, wie wir es wollten.“

 

Um 21:00 Uhr legten wir dann unsere Instrumente bei Seite und freuten uns auf das schon lange ersehnte gemütliche Beisammensein. Müde ging es zu später Stunde in die Federn.

 

Am Samstag ging es dann gleich nach dem Frühstück los. Nun ja, unsere Frühaufsteher wie Margot und Erika hatten schon einige Runden am See hinter sich und ordentlich Sauerstoff getankt - einen Hauch davon haben wir auch abbekommen….

 

Einzelstimmprobe war angesagt. Unsere Stimmführer Karin, Eva und Brigitte vermittelten uns streng aber herzlich wesentliche Punkte zur Klangfarbe und Anschlagtechnik. Und so ein angelegter Anschlag ist auch nicht gerade einfach!

 

Dann endlich Mittagspause und raus ging es in die schöne Natur für ein Stündchen.

Anschließend übten wir die Stücke für das Konzert in der Musikhalle weiter. «Wiener Konzert„ und drei israelisch Stücke. Beim «Hassidic Dance» schafften wir mit ein wenig schummeln des Allegro mit Tempo 164. Die Begeisterung von uns und unserem Dirigenten löste einen spontanen Beifall aus und die verschiedensten Freuderufe wie z.B. auch «Hempel, Hempel»!

 

Nach dem Abendbrot ging es weiter.

«Cuban Landscape with Rain» von Brouwer verlangte noch mal höchste Konzentration von uns und anstelle der «Tröpfchen» hörte man auch «klitzekleine Fehler».

Der Hinweis unseres Dirigenten, dass er den Komponisten anrufen werde, weil wir so «pfuschen», da er ja noch lebt, führte dazu, dass es dann immer schöner regnete.

 

Danach ließen wir die Weingläser klingen und hörten von Andreas und Gerd das beliebte Orchesterlied. Nichts geht über die Geselligkeit und so verlebten wir einen sehr schönen,

mit Geschichten über «Don Carlos und den Dieb“ bereicherten Samstagabend.

 

Am Sonntagvormittag waren zunächst Proben der einzelnen Stimmen an der Reihe. Da wurde ordentlich gefeilt – nicht nur an den Plektren. Als die Ersten Mandolinen den «Cuban Landscape with Rain» übten und es nicht gleich so klappen wollte, machte uns Annegret, unsere jüngste Anleiterin, großen Mut: „Es kann nur besser werden, denn die alles richtig spielen, können nichts mehr besser machen.“ Weiter ging es im «a la breve Takt» mit der gemeinsamen Probe. Die «Sehnsucht» von Th. Ritter stand unter anderem auch auf dem Plan.

 

Nach einem reichlichen, leckeren Mittagessen (zum ersten Mal stand die gesamte Verpflegung unter der Regie von Bärbel und sie meisterte das nicht nur mit einem brillanten Lächeln, sondern mit Bravur) ging es dann mit der Probe weiter.

Mit «Cuban Landscape with Rain» und der «Schwäbischen Ouvertüre» beschlossen wir unser Wochenende. Auch wenn wir zum Schluss immer schneller wurden, hieß das nicht, dass wir früher nach Hause durften…. Unsere Stimmung befand sich seit unserer Ankunft im ständigen «Crescendo» Und die Worte unseres Dirigenten: „Dieses Wochenende haben wir als Orchester große Fortschritte gemacht und der Einsatz eines jeden ist bewundernswert“ war einfach nur eine Bestätigung dessen, was jedem auch vom Gefühl her durch den Kopf ging. Nach dem Kaffeetrinken schwirrten wir wie die fleißigen Bienchen gen Hamburg!