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Die Familie der Mandoline

Die Familie der Mandoline

 

Der Ursprung der Mandoline liegt bei den Vier- bis sechschörigen Instrumenten, die man eher in die Familie der Lauten einordnet (Barock-Mandoline). Aus ihr entwickelten sich im 18. und 19 Jahrhundert Mandolinen mit Fünf-, Sechs Chören und noch mehr.

 

Am verbreitesten sind die Mandolinen in Sopranlage (z.B. Neapolitanische Mandoline, Portugiesische Flachmandoline und  Bluegrass-Mandoline). Sie besitzt vier in Quinten gestimmte Saitenpaare.

Zwei Hauptbauarten trifft man an. Die eine ist die Neapolitanische Mandoline mit ihrer runden bauchigen Form, die vor allen Dingen in der Klassik und italienischen Folklore Verwendung findet. Die andere ist die Portugiesische Mandoline (Bluegrass Mandoline, Deutsche Mandoline und Französische Mandoline) mit einem flachen Korpus, die vorwiegend in der Bluegrass- und Folkszene gespielt wird. Darüber hinaus gibt es inzwischen auch Halb-akkustische Mandolinen und E-Mandolinen, die im Folk, Jazz und Pop ihren Platz gefunden haben.

 

Genau wie bei den Streichinstrumenten gibt es auch bei der Mandoline eine ganze Familie von Instrumenten in verschiedenen Stimmlagen.

In der tieferen Tenorlage folgt dann die Mandola. Sie nimmt in der Mandolinen-Familie die Rolle der Bratsche ein.

Das Mandoloncello in der Basslage komplettiert die Familie. Sie findet man heute nur noch selten in Zupforchestern. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts verschwand sie langsam aus den deutschen Zupforchestern.

 

Darüber hinaus gibt es noch weitere Instrumente. Manche davon nur noch selten oder überhaupt nicht mehr zu hören. Andere dafür wieder häufiger.

 

Dazu zählen zum Beispiel:

 

• Archeliuto (eine Bassmandoline in Lautenform)

• Barock-Mandoline

• Bandolim (Runde Flachmandoline, in Brasilien weit verbreitet)

• Cremonische Mandoline

(Variante der Neapolitanischen Mandoline mit vier Darmsaiten

 statt vier Doppelchörigen Saiten)

• Deutsche Mandoline (Flachmandoline, in preiswerter Bauart,

 deshalb in der Arbeiterbewegung weit verbreitet)

• E-Mandolinen

• Florentiner Mandoline (Fünfchörig, mit einem kleinen Korpus)

• Genueser Mandoline (Sechschörig, Stimmung wie die Gitarre,

nur ein Oktave höher)

• Halb-akkustische Mandolinen

• Lombardische Mandoline, ab Ende des 19. Jahrhunderts bis Anfang

des 20. Jahrhunderts (Sechschörig, auch Mailänder Mandoline genannt)

• Mailänder Mandoline, Blütezeit ca. 1780–1830 (Sechs Einzelseiten

wie bei der Barock-Mandoline, Bauform ähnlich der Neapolitanischen Mandoline)

• Mandriola (selten anzutreffende Variante der Neapolitanischen Mandoline

mit drei statt zwei Saiten pro Chor, Bauform meist Flachmandoline

• Mandolone, 18. Jahrhundert (Siebenchörige Bassmandoline, Bauform der

• Neopolitanischen Mandoline, nur wenige Instrumente sind noch erhalten)

• Paduanische Mandoline (Mandolino padovano)

(Fünfchörig,schlanker Korpus, breiter Hals)

• Römische Mandoline (Mandolino romano), (wurde von Luigi Embergher Ende

des 19. Jahrhunderts eingeführt als Weiterentwicklung der

Neapolitanischen Mandoline.

Die Hauptunterschiede: schmaler und gerundeter Hals, das Griffbrett hat 24 Bünde und geht über das Schallloch hinaus. Die Bauform wurde von Raffaele Calace aufgegriffen, der seine Instrumente allerdings weiterhin „Neapolitanische Mandoline“ nannte. Gegenwärtige Neapolitanische Mandolinen gehen also auf die römische Mandoline zurück.