Lexikon der

Komponisten

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Wölki, Konrad;

 

27. Dezember 1904 in Berlin; † 5. Juli 1983 ebenda) war ein deutscher Komponist und Mandolinist, der zur musikwissenschaftlichen Anerkennung des Zupforchesters beitrug.

Leben und Werk [Bearbeiten]

 

Konrad Wölki wurde am 27. Dezember 1904 in Berlin-Moabit geboren. Mit 12 Jahren wurde er Mitglied des Kinderchores an der Königlichen Oper Berlin. 1922 gründete er im Alter von 18 Jahren ein Zupforchester, das zunächst „Mandolinenorchester Fidelio“ hieß, in den folgenden Jahren jedoch mehrmals umbenannt wurde und seit 1937 endgültig „Berliner Lautengilde“ hieß.

Von 1934 bis 1940 unterrichtete Wölki am Stern'schen Konservatorium (nach 1945: Städtisches Konservatorium) in Berlin Zupfinstrumente und war ab 1939 Mitglied des Prüfungsausschusses für die Staatliche Musiklehrerprüfung. Von 1948 bis 1959 leitete er die Volksmusikschule Reinickendorf; von 1962 bis 1966 leitete er das Seminar für Jugendmusikerzieher am Städtischen Konservatorium, das später der staatlichen Hochschule für Musik und darstellende Kunst (heute: Universität der Künste) angegliedert wurde.

Wölki gilt als einer der Ersten, die zur allgemeinen Anerkennung des aus dem Bereich der Laienmusik stammenden Zupforchesters auch in wissenschaftlichen Kreisen beigetragen haben. Dies tat er durch die historische Erforschung der Mandoline, durch zahlreiche Eigenkompositionen und Bearbeitungen, vor allem aber durch die Veröffentlichung von Lehrwerken für Zupfinstrumente. Während seit der Romantik die Mandoline meist durchgängig im Tremolo gespielt worden war, machte Wölki die klassische Spieltechnik wieder populär, die das Tremolo gezielt als Stilmittel einsetzt. Zusammen mit seiner Frau Gerda erkannte er auch den Trend zum Gitarrenspiel in den 1950er Jahren und förderte das chorische Zusammenspiel von Gitarren. Für diese Verdienste wurde er vom Bund deutscher Zupfmusiker zum Ehrenmitglied ernannt.

Zunächst komponierte Wölki im Stil der Romantik oder des Barocks, setzte aber ab den 1950er Jahren modernere Harmonien und Rhythmen ein. Für experimentelle und avantgardistische Musik seiner Zeit begeisterte er sich jedoch nicht.

1972 gab Wölki die Leitung der „Lautengilde“ an seine Frau ab, die schon seit 1953 das Jugendzupforchester und seit 1958 den Gitarrenchor des Vereins geleitet hatte. Auch im Ruhestand war er noch in der Jury des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ tätig und publizierte regelmäßig für die Fachzeitschrift „zupfmusik-gitarre“ (heute: concertino) des Bundes deutscher Zupfmusiker.

Konrad Wölki starb am 5. Juli 1983 in Berlin-Frohnau. Zu seiner Beerdigung am 19. Juli spielten ehemalige Mitglieder der „Lautengilde“ seine „Suite Nr. 1“ (siehe Werkverzeichnis).

Werke:

 

Konrad Wölki hat zahlreiche Lehrwerke für Mandoline und Zupforchester herausgegeben und viele Musikstücke für Zupforchester bearbeitet. Von seinen pädagogischen Werken waren bis 1977 eine Million Exemplare verbreitet worden.

 

Zu seinen wichtigsten eigenen Kompositionen gehören:

Ouvertüre Nr. 1 (A-Dur)

Ouvertüre Nr. 2 (fis-Moll)

Ouvertüre Nr. 3 (D-Dur)

Ouvertüre Nr. 4 (h-Moll) für Zupforchester und Holzbläser

Ouvertüre Nr. 5 (C-Dur)

Ouvertüre Nr. 6 (G-Dur)

Suite Nr. 1 (1935)

Suite Nr. 2 (1937) („Musik für schlichte Feierstunden“)

Kleine Suite in G-Dur

Konzert für Violine, 2 Flöten und Zupforchester op. 57 (1954, Neufassung 1966)

Rondo scherzoso

Drei altmodische Tänze

Wiener Konzert