Die Neapolitanische Mandoline

hier eine moderne „Neaolitanische Mandoline”

Die Neapolitanische Mandoline

 

Die Neapolitanische Mandoline ist ein Instrument des späten Barocks. Ihr große Zeit erlebte als typisches Melodie-Instrument in der Wiener Klassik.

Neapolitanische Mandoline wird sie wegen ihrer Herkunft aus Neapel genannt. Sie ist ein vierchöriges, doppelsaitiges Instrument und hat die gleiche Stimmung (gg–dd–aa–e"e") wie eine Violine. Die wohl bekannteste Spielart ist wohl das Tremolo, das man gleich mit Mandoline = italienische Folklore gleichsetzt. Aber es gibt weit mehr Spieltechniken, die sehr viel gebräuchliches sind.

 

Um etwa 1700 wurde das Instrument entwickelt. In der Zeit bis zur französischen Revolution, ca. 1750–1790 hatte sie eine große Zeit.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden von namhaften Komponisten wie zum Beispiel Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven Werke für die Mandoline geschrieben. Sie wurden von Virtuosen zum Konzert gebracht.

 

Ab etwa 1830 trat die Mandoline in der Klassik immer mehr zurück. Sie überlebte vor allem in der italienische Volksmusik weiter.

 

Zwischen 1870–1910 lebte das Instrument wieder auf, als es von zeitgenössischen Spielern wieder entdeckt wurde. Aus dieser Zeit stammen dann auch eine Vielzahl von Mandolinen-Quartetten und Stücke für Mandolinen-Orchester, die in dieser Zeit entstanden. Während die romantische Mandoline langsam verschwand, überlebte die Neapolitanische Mandoline in den Mandolinen-Orchestern. Ab etwa 1920 wurde sie so langsam wiederentdeckt. Ab etwa 1950 wurden zunehmend auch die alten Spieltechniken wieder belebt.

In der Gegenwart wird das Instrument inzwischen an Musikhochschulen unterrichtet. Dort wird Mandoline auf hohem Level studiert. So mancher hoch qualifizierte Mandolinen-Spieler konnte so in das Musikleben entlassen werden. Die Mandoline ist leider immer noch Insider-Instrument.

 

Die wohl bekanntesten Mandolinen-Bauer im 20zigsten Jahrhundert waren wohl die „Calace-Familie“ und „Luigi Embergher“.

Die „Calace-Werkstatt“ wurde 1925 von Nicola Calace gegründet. Seine zwei Söhne Raffaele und Nicola führten die Werkstatt weiter. Antonio Calace emigrierte 1901 in die USA. Raffaele Calace war nicht nur Mandolinen-Bauer, sondern auch ein international bekannter und namhafter Komponist und Mandolinenspieler. Über 180 Stücke stammen aus seiner Feder. Auch eine Mandolinen-Schule in mehreren Folgen brachte er heraus. Nach seinem Tod führte Giuseppe Calace das Geschäft weiter, das bis heute von Raffaele Jr. Calace geführt wird. (siehe auch Mandolinen-Galerie)

 

Mit der Romantischen Mandoline, einer Spielart der Neapolitanischen Mandoline verbindet man gleich den Römer „Luigi Embergher“. Er baute ein zierliches Instrument mit einem gewölbten Griffbrett und einem fast dreieckig zu nennenden Halses. Das Griffbrett der e-Saite zieht sich bis über das Schallloch. (siehe auch Mandolinen-Fotogallerie)