HMO Tutorial

Die Pflege der Mandoline

Behandlung und Pflege der Mandoline

 

Eine Mandoline entsteht aus einem lebendigen Material, sprich Holz. Holz arbeitet, reagiert auf Umwelteinflüsse wie Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Sonneneinstrahlung. Das sollte man nie vergessen.

Hat man sich ein neues Instrument angeschafft, sollte man bedenken,

dass es unter Umständen in einem anderen Klima gebaut wurde.

Die Mandoline sollte sich langsam an ihre neue Umgebung gewöhnen. Belassen Sie das Instrument in ihrem Koffer, bis der sich der der neuen Umgebung

(z.B. Temperatur) angepasst hat.

 

 

 

 

 

 

 

Die Temperatur

Nie vergessen! Ein plötzlicher Temperaturwechsel ist für Saiteninstrumente schädlich. Vermeiden kann man dies durch im Musikfachhandel erhältliche gepolsterte Transporttaschen oder Koffer. Sollte das Instrument trotzdem mal unterkühlt sein, wärmt man es langsam auf. Das gleiche gilt für zu warm gewordene Instrumente. Kühlen Sie die Mandoline langsam ab.

 

Das sollte man wissen. Instrumentenbauer verwenden oft einen hitzesensitive Holzleim, um Instrumente besser reparieren zu können. Bei 145° F/63° C wird dieser Leim wieder weich. Schon direkte Sonneneinstrahlung kann so dazu führen, dass sich Klebestellen lösen oder lockern können. Es gilt also das Instrument vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen. Lassen Sie das Instrument niemals im Auto bei höheren Temperaturen zurück.

 

 

Die Luftfeuchtigkeit

Holz fühlt sich bei etwas 45 %-55 % relativer Luftfeuchtigkeit am wohlsten. Das ist in Europa der Durchschnittswert. Werte darüber oder darunter schädigen das Holz. Bei zu hoher Luftfeuchtigkeit kann sich der Hals oder andere Teile wie die Decke verziehen. In extremen Fällen leidet sogar der Klebstoff. Hohe Luftfeuchtigkeit ab 60 % bei 24° C lässt das Holz aufquellen. Schäden sind die Folge.

Heizungsluft ist oft zu trocken. Dann sinkt die relative Luftfeuchtigkeit nicht selten unter 40 % bei 24° C. Das Holz schrumpft (trocknet aus) bei diesen Werten. Es entstehen Risse, meist in der Decke oder am Korpus. Dann kann schon eine Schale mit Wasser in der Nähe des Instrumentes Abhilfe schaffen.

 

 

Feuchtigkeitsgehalt des Holzes

Holz für den Instrumentenbau in den USA hat einen Feuchtigkeitsgehalt 6-8 %, in Europa 12-15 %. Um dieses Feuchtigkeitsniveau zu halten sind nach europäische Regelung 45 % bzw. 55 % relative Luftfeuchtigkeit nötig.

 

 

Relative Luftfeuchtigkeit

Kontrollieren Sie die relative Luftfeuchtigkeit. Halten Sie die Luftfeuchtigkeit der Umgebung zwischen 45 % und 55 %. Bedenken Sie, dass diese Werte von der Aussentemperatur und Aussenluftfeuchtigkeit beeinflusst werden. Viele Instrumentenkoffer enthalten schon ein Thermometer und Hygrometer.

 

 

Im täglichen Gebrauch

Waschen Sie ihre Hände vor dem Spielen. Vermeiden Sie Cremes oder Lotions. Diese enthalten oft Säuren und Weichmacher, die den Saiten und dem Lack der Mandoline schaden können.

Trotzdem benötigt die Mandoline eine gelegentliche Reinigung. Das hängt davon ab, wie viel das Instrument gespielt wird und wie es auf ihre eigene Körperchemie reagiert. Ein verschmutztes Griffbrett lässt sich bei einem Saitenwechsel gut reinigen. Ist es stark verschmutzt, hilft etwas feine Stahlwolle, mit der man das Griffbrett abreibt. Danach sollte man mit einem feinen Baumwolltuch säurefreies Öl wieder einreiben.(Griffbrett-Öl aus dem Musikfachhandel, Mineralöl oder Olivenöl). Sollte das Griffbrett Risse aufweisen, so ist es zu trocken. Öl kann dies mildern.

 

Entstauben sie die Mandoline regelmässig. Sehr gut eignet sich dazu ein nicht haarender Pinsel (Rasierpinsel) und ein weiches Tuch. Ist das Instrument mit einer Schellack-Politur (bei alten Mandolinen üblich) versehen, benötigt der Lack ein spezielles säure- und alkoholfreies Reinigungsmittel (aus dem Fachhandel FMB, Violinpflegemittel etc). Keinesfalls alkoholhaltige Mittel (zB. Glasreiniger, Spiritus etc) verwenden. Schellack ist alkohollöslich. Der Lack ist dann ruiniert.

 

Moderne glänzende Lacke von Mandolinen sind sehr hart und haltbar. Meist sind es Hybrid-Lacke auf Wasserbasis. Sie können meist mit  handelsüblichen Möbelpflege-Polituren ohne Silikon, besser mit Instrumentenpflegemitteln aus dem Musikfachhandel, gereinigt und poliert werden. Reinigen und polieren Sie satinierte Flächen nur mit einem weichen Baumwolltuch.

Sind Sie wegen der Lackart unsicher, erkundigen Sie sich bei dem Hersteller/Händler der Mandoline, um welchen Lack es sich handelt.

 

 

Reinigung

Die Stimmmechanik sollte beim Saitenwechsel überprüft werden. Ist sie schwergängig, knarrt oder quietscht sie beim drehen der Wellen?

Überprüfen Sie die Schrauben der Wellen. Gelockerte Schrauben wieder vorsichtig festziehen. An Stellen mit denen  die Wirbelwellen mit Holz in Kontakt kommen, hilft etwas Silikonöl (Achtung - nur sparsam verwenden). Metallteile wie Achsen und  Wellen kann man mit einem säurefreien Öl wieder leichtgängig machen. Manche sehr alte Mechaniken sind einfach „müde“ und ausgeleiert. Da kann nur noch eine neue Mechanik das Übel beseitigen.

 

Die Saiten werden stark beansprucht. Wechseln Sie die Saiten regelmässig

(3–6 Monate je nach Benutzungsintensität). Die Saiten trocknen mit der Zeit aus. Sie können etwas gegensteuern, indem sie die Saiten mit einem säurefreien Öl ganz leicht abreiben. Streicheröl aus dem Musikfachhandel oder Olivenöl (ein Tipp meines Gitarrenlehrers). Trotzdem lässt die Spannung und die Brillanz des Tones nach einiger Zeit nach. Gönnen sie der Mandoline dann neue Saiten.

 

 

 

Download der Druckversion von Tutorial Vol.4 - Pflege der Mandoline.pdf

 

 

 

 

Vielen Dank an dieser Stelle an Dave Hynds,

http://www.mandolinluthier.com

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